Tagesablauf - ein Tag voller Abenteuer
und strukturierter Ablauf für Geborgenheit und Entdeckergeist.
Denn ein fester Rhythmus gibt Kindern Sicherheit. In meiner Kindertagespflege wechseln sich aktive Phasen in der Natur, kreative Projekte und wichtige Ruhezeiten harmonisch ab.
08:00 – 08:30 Uhr | Ankommen & Start in den Tag
- Bringphase: Begrüßung der Kinder und kurzer Austausch mit den Eltern. Die Kinder können in dieser Zeit ankommen und ins Freispiel starten.
Drei wichtige goldenen Regeln für den Abschied
- Kurz & Herzlich: Ein bewusster Kuss, ein liebes Wort, ein festes Winken – und dann gehen. Lange Abschiede verunsichern das Kind und ziehen den Trennungsschmerz unnötig in die Länge.
- Klarheit statt Schleichen: Verabschieden Sie sich immer aktiv. Heimliches Wegschleichen zerstört das mühsam aufgebaute Vertrauen. Ihr Kind muss wissen: "Mama/Papa geht jetzt, aber sie kommen wieder."
- Sicherheit ausstrahlen: Ihr Kind orientiert sich an Ihren Emotionen. Wenn Sie Zuversicht zeigen, signalisieren Sie: "Du bist hier sicher, ich vertraue dieser Person." Das gibt Ihrem Kind den Mut zum Loslassen.
- Morgenkreis: Wir starten gemeinsam mit Liedern zur Begrüßung
- Frühstück: Gegen 08:45 Uhr gibt es ein zweites, kleines Frühstück aus der mitgebrachten Snackbox
09:30 – 11:30 Uhr | Entdecken, Spielen & Natur erleben
Diese Zeit gehört der Neugier! Wir wählen täglich aus verschiedenen Aktivitäten:
- Kreativ & Aktiv: Basteln, Forschen, Tanzen, Musikalische Frühförderung oder Montessori-Projekte.
- Bewegung: Toben im Zimmer oder Flitzen mit den Bobbycars.
- Raus an die Luft: Wir sind täglich mindestens eine Stunde draußen. Ob im eigenen Garten, im Wald oder auf den Feldern – wir nutzen die Natur als unseren "Malblock".
- Highlight: Im Sommer und Herbst verbringen wir oft komplette Waldtage mit Picknick auf der Wiese.
11:30 – 12:45 Uhr | Gemeinsames Mittagessen
- Vorbereitung: Die Kinder helfen altersgerecht beim Decken des Tisches und Händewaschen.
- Gemeinschaft: Niemand isst allein. Wir beginnen mit unseren liebsten Tischreimen und genießen die gemeinsame Mahlzeit.
- Werte: Wir warten aufeinander, bis alle fertig sind (max. 5 Minuten), um die Tischgemeinschaft zu stärken.
Die kleinen Fische
"Viele kleine Fische, schwimmen heut' zu Tische.
Sie reichen sich die Flossen, denn nun wird schnell beschlossen,
jetzt nicht mehr zu blubbern, stattdessen was zu futtern
und sagen nun: Guten Appetit!"
Die Raupe Nimmersatt
"Ich bin die Raupe Nimmersatt, die immer großen Hunger hat,
und wenn sie was zu Essen sieht,
sagt sie: Guten Appetit!"
12:45 – 14:45 Uhr | Zeit zum Träumen (Ruhephase - Kernzeit)
Nach dem Essen folgt die wichtige Erholungsphase. Je nach Alter und Bedürfnis ruhen oder schlafen die Kinder.
Wichtig für die Kernzeit: Um einen ungestörten Schlaf für alle zu gewährleisten, findet in der Kernzeit 12.45 - 14.45Uhr keine Abholung oder nur in Ausnahmesituationen nach Rücksprache statt.
15:00 – 16:00 Uhr | Snack & Abholzeit
- 15:00 Uhr: Beginn der ersten Abholphase inkl. kurzem Austausch Eltern über den Tag
- 15:15 Uhr: Gemeinsame kleine Zwischenmahlzeit
- Ausklang: Freies Spiel im Zimmer oder im Garten. Die Kinder helfen spielerisch bei kleinen Aufräumrunden, um Verantwortungsbewusstsein zu lernen.
🌿 Pädagogische Schwerpunkte im Alltag:
- Naturraumpädagogik: Die Umgebung als Abenteuerspielplatz begreifen
- Lebendige Bücher, Actionstablett: Geschichten werden mit Figuren zum Leben erweckt
- Selbstständigkeit: Einbeziehung in Alltagstätigkeiten nach Montessori-Vorbild
Spielzeit ist Bildungszeit – Warum "nur Spielen" die wichtigste Arbeit ist für Ihr Kind ist?
In meiner Kindertagespflege hat das Freispiel (selbst gestaltetes Spiel) einen hohen Stellenwert. Oft fragen Eltern: "Spielen die Kinder denn den ganzen Tag nur?"
Meine Antwort lautet: Ja, zum Glück! Denn für ein Kind ist das Spiel kein Zeitvertreib, sondern sein Hauptberuf.
Heutzutage sind Kinder immer mehr gewohnt, in ihrem Spiel von Erwachsenen animiert zu werden. Es wird ihnen erschwert einfach nur zu spielen, da ihre Zeit oft mit allerlei Terminen, Aktivitäten durchtaktet ist, obwohl das mit den besten Absichten geschieht.
Warum Freispiel für die Entwicklung entscheidend ist?
Im freien Spiel lernt ein Kind all die Dinge, die man ihm nicht "beibringen" kann, sondern die es selbst erfahren muss:
- Entdeckergeist & Forschung: Kinder gehen ihrer natürlichen Neugier nach, experimentieren mit Materialien und verstehen so mathematische, physikalische oder soziale Zusammenhänge.
- Selbstständigkeit & Autonomie: Wenn Kinder selbst entscheiden, was, mit wem und wie lange sie spielen, stärkt das ihr Selbstvertrauen und ihre Entscheidungsfähigkeit.
- Kreativität durch Langeweile: In einer durchgetakteten Welt ist Langeweile oft der Funke für Eigeninitiative. Sie zwingt das Gehirn, eigene Lösungen und Fantasiewelten zu erschaffen.
- Soziale Kompetenz: Ob beim Aushandeln von Regeln oder dem Lösen kleiner Konflikte – hier entstehen wichtige Fähigkeiten für das Miteinander.
Meine Rolle als Tagesmutter im Freispiel ist, auch wenn ich mich im Freispiel im Hintergrund halte, stets aktiv und präsent sein:
- Stille Beobachterin: Ich nutze diese Phasen für die Entwicklungsdokumentation, um jedes Kind individuell in seinen Stärken wahrzunehmen.
- Impulsgeberin: Ich gestalte eine "vorbereitete Umgebung" mit ansprechenden Materialien, die zum Forschen einladen, ohne zu überfordern.
- Sicherer Hafen: Ich bin da, wenn Unterstützung beim Lösen eines Problems oder ein kleiner Anstoß nötig ist, um den "Spielfluss" wieder in Gang zu bringen. YouTube +2
Mein Ziel: Ich möchte den Kindern den geschützten Raum und die nötige Zeit geben, sich als aktiv Handelnde zu erfahren – fernab von fremdbestimmter Animation.
